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Eine Idee, ein Event, ein wunderschöner Tag – und noch Luft nach oben.

Der erste Vinothon, ein Lauf von Rüdesheim nach Wiesbaden durch die Weinberge bis zum Schloss Henkell, wurde nach der ursprünglichen Planung für 2025 nun am 25. April 2026 endlich Realität. Viele Läuferinnen und Läufer der TG Naurod hatten dem Event bereits seit dem Vorjahr entgegengefiebert. Als die Ausschreibung öffnete, sicherten sich direkt 12 Aktive unseres Lauftreffs Startplätze für die verschiedenen Distanzen.

Die Startnummernausgabe in den Räumlichkeiten von Schloss Henkell in Wiesbaden verwandelte sich schon am Freitag, den 24. April, in einen lebendigen Läufertreffpunkt. Inspiriert von der besonderen Aura und dem edlen Ambiente im Schlossfoyer sowie nach einer gemütlichen, wenn auch recht bescheidenen Nudelparty, ging es mit großer Vorfreude auf den morgigen Start zeitig nach Hause.

Am Lauftag wurden die Teilnehmenden mit zehn Bussen nach Rüdesheim gebracht. Der Start in Eibingen, am Fuße des historischen Gemäuers der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard, erfolgte mit leichter Verspätung, verlief aber sehr entspannt – hatten die meisten Läuferinnen und Läufer doch eher den Genuss als die Hatz nach Bestzeiten im Sinn. Die Strecke führte ausschließlich durch die Weinberge und forderte den Aktiven einige Höhenmeter ab.

Für alle Distanzen – 8 km, 21,1 km und 42,2 km – ging es zunächst zum Schloss Johannisberg. Während die 8-km-Läufer dort dauerhaft den Ausblick ins Rheintal genießen durften, hieß es für den Rest der Gruppe: weiterlaufen. Wer frühzeitig mit einem echten Glas Wein geliebäugelt hatte, musste sich jedoch gedulden, selbst in die Tasche greifen oder mit alkoholfreiem Sekt und Wein vorliebnehmen. Dies war in der Ausschreibung unglücklich kommuniziert worden. Das herrliche Wetter, das leckere Brot und die sonstige Verpflegung an den Stationen ließen die Stimmung aber schnell steigen und machten den Lauf zu einem lockeren, spaßigen Event.

Schloss Vollrads, die Klostermühle, das Weingut Baron Knyphausen und weitere namhafte Güter lagen auf der hervorragend gewählten und absolut professionell ausgeschilderten Strecke. Die Wegeführung war jederzeit eindeutig, abwechslungsreich und anspruchsvoll. Ab der Halbmarathon-Marke wurde den Läufern dann auch im wahrsten Sinne des Wortes „reiner Wein“ eingeschenkt, und die Winzerspezialitäten flossen reichlicher.

5 Läufer der TG Naurod bezwangen die volle Marathondistanz. Der Rest unseres zwölfköpfigen Teams ließ es bei sommerlichen Temperaturen nach 8 oder 21,1 Kilometern gemütlicher ausklingen. Im Ziel an Schloss Henkell angekommen, existierte das große Finisher-Büfett leider nur auf dem Papier. Das hielt unser Team der TG Naurod jedoch nicht davon ab, geschlossen vor Ort zu bleiben, um auch den letzten Läufer mit lautstarkem Applaus zu begrüßen. Ob mit beschwingten oder müden Beinen – ein Lächeln hatte dadurch jeder auf den Lippen. In den Liegestühlen auf dem Schlossgelände ließen wir den Tag entspannt ausklingen.

Auch wenn dieser Lauf mit traditionsreichen Vorbildern wie dem Marathon du Médoc oder dem Marathon du Vignoble d’Alsace noch nicht mithalten kann und im Vorfeld extrem hohe Erwartungen geweckt hat: Das Fazit fällt – mit einem schönen Laufshirt und einer tollen Medaille in der Hand – weitgehend positiv aus. Insgesamt finishten 150 Läufer den Marathon, knapp 330 den Halbmarathon und über 620 die 8 Kilometer.

Das Event soll im nächsten Jahr wiederholt werden. Ich bin schon gespannt, wie der Veranstalter das Lob und die konstruktive Kritik umsetzt, um den Rheingau läuferisch und mit viel Spaßfaktor so mit Wiesbaden zu verbinden, dass man in Zukunft vielleicht sogar aus Frankreich ein leises „Oh là là!“ hört.

Bericht von Roland Ruecker

 


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