Volleyball 9. Spieltag (Herren 1 vs. Leeheim)

Tage der Wahrheit

Da kommt man aus dem Urlaub zurück und muss erst mal zahlreiche Whats-App lesen. „Ich bin heiß wie Frittenfett“, „topfit und hochmotiviert“, „Wann geht´s endlich los?“. Alle freuten sich auf das Spiel gegen Leeheim. Für mich war es zunächst etwas ungewohnt. Noch den Aida-Holiday-Modus im Kopf. Gestern noch 20 Grad und Sonne, heute Schnee und Minusgrade und eine Sporthalle am Ende der Welt. Immer wenn alle so voller Vorfreude sind, dann endet das meistens im Krampf. Hoffentlich wird es diesmal anders. Wir hatten das zweite Spiel und Icke konnte vorher noch ein wenig 007 Spionagearbeit betreiben. Das erste Spiel gewann Leeheim völlig ungefährdet 3:0 und wurde auch nicht wirklich von Kriftel gefordert.

 

Dieses Warm-Up-Spiel war für Leeheim wichtig, denn so kamen sie deutlich besser ins Spiel als die TGN. In den Köpfen hatten wir die Tabelle vor Augen, aber auf dem Spielfeld waren wir nicht wirklich anwesend. Wir machten sehr viele Eigenfehler und auch die Annahme war nicht überragend. Ständig spielten sich hektische Szenen ab und wir standen nicht wie gewohnt da, wo wir eigentlich hätten stehen müssen. So fielen uns die Bälle überall ins Feld rein und wir versuchten wie ein wilder Hühnerhaufen die Löcher zu stopfen. Unsicherheit machte sich breit und plötzlich hatte sich Leeheim ein deutliches Punktepolster erspielt, so dass wir den Satz am Ende deutlich mit 25:16 abgaben.

Im zweiten Satz das gleiche Muster. Wir liefen von Anfang an einem Rückstand hinterher. Hatten wir den Ausgleich geschafft, gelang es Leeheim wieder zwei, drei Punkte davon zu ziehen. Wir versuchten wirklich alle Register zu ziehen. Wir nahmen taktische Wechsel und Auszeiten, um den Spielfluss zu unterbrechen. Wir feierten jeden Punkt lautstark, um uns daran zu motivieren. Es fehlte nur noch, dass wir uns gegenseitig Ohrfeigen gaben, um uns endlich wachzurütteln. Als wir zum Ende des Satzes den Ausgleich erzielten, schafften wir es endlich, einen Punkte-Vorsprung heraus zu holen. Wir gewannen den Satz mit einem Kraftakt 21:25.

Der dritte Satz war vermutlich der Knackpunkt im ganzen Spiel. Diesmal konnte sich keine der beiden Mannschaften so wirklich absetzen und auch zum Ende des Satzes war es so knapp. Ach was haben wir gefachsimpelt. Hätte wäre wenn und aber … Hätte der Schiri den Ball als gehobenen Ball gepfiffen und hätte er im entscheidenden Moment den „Tusch“ gesehen. Wie wäre das Spiel wohl ausgegangen? Naja, bringt alles nichts. Am Ende gewann Leeheim den Satz mit 27:25.

Im vierten Satz versuchten wir es wieder mit einigen Mannschaftsumstellungen. Aber auch hier wieder das identische Muster. Die Annahme kam nicht immer so perfekt zum Zuspieler. Angriffe wurden hektisch ins Aus geschlagen. Auch bei der Abwehr standen wir nicht auf der Linie und so fiel uns der Ball immer wieder an der gleichen Stelle ins Feld. Man hätte tatsächlich ein Kreuz auf dem Feld markieren können. Wir schafften es einfach nicht, uns auf diese Spielvariation des Gegners einzustellen. So verloren wir den vierten Satz mit 25:20.

Tja, was soll man sagen. Leeheim war einfach besser und wir sollten weiter an uns arbeiten, damit wir endlich Mannschaften schlagen, die über uns in der Tabelle stehen. Am Abend gingen wir dann noch mit den Spielern von Leeheim essen. In der guten Stube wurden Schnitzel vergewaltigt. Es gab Schnitzel „Bolo“ mit Käse und Bolognese. Hörte sich komisch an, sah auch komisch aus, schmeckte aber ganz lecker.

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